Sonnenuntergang über Rostock
Hümmelchen in C von Steffen Fischer Hümmelchen in C von Steffen Fischer

Der Dudelsack

 

Mit einem schottischen Dudelsack aus dem Internet fing es an. Billig sollte er sein, spielen mußte er. Ich hatte ja keine Ahnung, nur Interesse.

Das Ergebnis war entsetzlich.

Es stellte sich heraus, daß das ein billiger "Paki", eine pakistanische Nachahmungsproduktion war, miese Qualität, höchstens geeignet als Deko-Objekt und als solches wurde ich das Gerät wieder los.

Was dann kam, war dieses Hümmelchen, ein Qualitätserzeugnis aus der Werkstatt von Steffen Fischer www.sackpfeifenmacher.de .

Damit kam ich zurecht und so enwickelte sich die Liebe zum altdeutschen Renaissance- Dudelsack "Hümmelchen".

Ich ging zu Herbert Bartmann www.herbert-bartmann.de und lernte von ihm, das Hümmelchen zu gebrauchen.

Ein "Hümmelchen" ist der Nachbau eines Mittelalter-Dudelsackes nach Zeichnungen des Musikhistorikers Michael Praetorius. Es ist im Gegensatz zur Highland Bagpipe ein leises Instrument, was sich, ohne den Nachbarn zu verärgern, auch in der Wohnung spielen läßt.

Es spielt sich wie eine Blockflöte in Barockgriffweise. Allerdings ist der gleichmäßige Luftstrom aus dem Luftsack eine hohe Kunst.

Ich spiele das Instrument zunächst lieber noch nicht in der Öffentlichkeit, wenigstens nicht, solange Lotti den Schwanz einklemmt, das Weite sucht oder sich bei Frauchen beschwert.

Aber zu Herbert Bartmann gehe ich wieder, da macht es Spaß. 

Mein Eigenbau Mein Eigenbau

Mein Ehrgeiz gebot mir, selbst ein Instrument zu bauen.

Ich studierte und experimentierte so lange, bis ich ein brauchbares Ergebnis schuf, auf das ich stolz bin. Es klingt gut, voll, warm - für mich ausreichend. Bin gespannt, was Herbert sagt.

Die Pfeifen und das Blasrohr drehte ich aus Palisander und Esche auf meiner Drechselbank, der Luftsack ist Rinder-Nappa in Champagner. Sieht doch richtig wie Mittelalter aus!? Die Reeds sind pflegeleichte Kunstoffrohrblätter, für den Anfänger bestens geeignet.

 

Schade dass es in der Region keine Dudelsackgemeinde gibt, jedenfalls ist mir nichts bekannt. Wißt Ihr was?

 

Nun zu weiteren interessanten Instrumenten!

Das ist mein kleiner Musikwinkel im Treppenaufgang.

Da sind ein altes Horn, eine 22-Pfeifen-Panflöte, mein sebstgebautes Hümmelchen, ein kleines Jagdhorn, meine sechsaitige Balalaika, das Mandolin-Banjo von Meinel & Herold aus Klingenthal/Sa. und eine Laute der Wandervogelbewegung um 1898.

Die letzten 3 Instrumente kamen total "zerschossen" zu mir. Ich habe sie, wie die folgenden Handzuginstrumente, bis ins Detail in der eigenen Werkstatt restauriert und wieder spielfähig gemacht.

Fidel Socin Bozen/Südtirol 1889 Fidel Socin Bozen/Südtirol 1889

Meine Handzuginstrumente

 

Hier habe ich das Schmuckstück meiner kleinen Sammlung, eine 2-reihige, diatonische Handharmonika mit Register aus der Harmonikafabrik Fidel Socin, ebenfalls genau wie die folgenden neu aufgebaut, gestimmt und spielfertig gemacht.

Und das ist von oben nach unten:

 

2-reihige Bandonika in C/F, Klingenthal 1923

2-reihige diatonische Club-Harmonika Sibylla Brandt, Klingenthal 1947,

144-tönige Concertina (Bandonium) Fa. Birnstock Crimmitschau/Sa. 1922, 2-reihige Mini-Handharmonika Klingenthal C/F,

Handorgel rechts diatonisch, links chromatisch, Fidel Socin 1892

und

mein Eigenbau - eine  kleine Deutsche Concertina in C/G. 

 

Eine Fortsetzung verspreche ich!